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23. April 2026

20h00

 

Depot, Breite Gasse 3,

1070 Wien

Pavel Novotný: Prozedur und andere Texte 

 

„Ihr seid alle so schrecklich gesund.“

 

Eintritt frei! Keine Voranmeldung nötig.

Pavel Novotný © Šimon Pikous

© Šimon Pikous

Pavel Novotný arbeitet in seiner Poesie mit der Dynamik der lebendigen, gesprochenen Sprache. Entsprechend performativ angelegt sind seine Texte. Bei den Aufführungen nutzt er diverse Klanginstrumente oder präsentiert sie als Partituren und radiophonische Kompositionen.

 

Eine seiner vielen neueren Publikationen (der Autor ist schrecklich produktiv!) trägt den Titel Procedura (2022). Er reiht sich ein in eine Pentalogie von grotesken Texten mit autobiographischen Einschlägen, in denen es um die vielen vermeintlich sinnvollen und vermeintlich sinnlosen Prozeduren, Rituale und Sprachgewohnheiten des Alltags geht. Sie haben einen ausgeprägten Sinn für das Komische in der existentiellen Tiefe. Kristina Kallert, eine der renommiertesten Übersetzerinnen aus dem Tschechischen, arbeitet an einer deutschen Ausgabe der Prozedur, der auch der Titel der Veranstaltung entstammt. Zusammen werden der Autor und die Übersetzerin eine Auswahl der Gedichte präsentieren – und Novotný wird in beiden Sprachen performen.
 

Der Animationsfilmer Hubert Sielecki hat einige Gedichte Novotnýs filmisch umgesetzt. Zwei davon (Halt’s! und Aber pass auf!!!) wird er zeigen, und – wenn bis dahin fertig – werden Novotný und Sielecki auch ein weiteres gemeinsames Projekt vorstellen: ein alter Zahnarzt räsoniert…
 

Pavel Novotný (*1976), Lyriker, Übersetzer, Germanist, Hochschulpädagoge, habilitierte sich an der TU Dresden und arbeitet am Institut für deutsche Sprache der TU Liberec. Novotný wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. Dresdner Lyrikpreis 2022, Magnesia Litera für Lyrik 2021, Prix Bohemia Radio 2010 für die experimentelle Radiokomposition Weltall. Er übersetzte Hans Magnus Enzensbergers Gedichtzyklen, die Texte der Wiener Gruppe sowie die Poesie von Kurt Schwitters. Als Literaturwissenschaftler interessiert er sich für die literarische Collage und Montage sowie für akustische Literatur und experimentelles Hörspiel.

Für das Festival bringt die Autorin einen Kurztext mit, der auf amüsante Weise die Suche nach dem mitteleuropäischen Raum auf der Karte der Intimität beschreibt. Es ist, wie Kaprálová schreibt, die „Suche nach Heimat in einer Welt, die sich in den Autokratien der russisch-amerikanischen Föderation zu verlieren droht.“

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Kristina Kallert studierte Ostslawistik und Germanistik in Regensburg und St. Petersburg, später Bohemistik in Brno. Seit 1998 übersetzt sie aus dem Tschechischen. Große Beachtung fanden ihre Erst- und Neuübersetzungen klassischer Autor:innen wie Božena Němcová, Julius Zeyer, Vladislav Vančura und Jiří Langer. Sie hat Milena Jesenská und Jiří Kolář sowie jüngst drei Bücher von Bohumila Grögerová übersetzt. Ihre Arbeit umfasst aber auch Prosa und Lyrik der Gegenwart sowie wissenschaftliche Übersetzungen aus den Bereichen Literatur, Kunst, Theologie und Geschichte.

Hubert Sielecki ist eine Legende des experimentellen Films in Österreich. 30 Jahre lang, 1982 – 2012, unterrichtete er experimentellen Animationsfilm in der Meisterklasse Maria Lassnig an der Universität für angewandte Kunst Wien, wo er auch das Studio für experimentellen Animationsfilm einrichtete. 1984 Gründung von ASIFA Austria mit seinen Studierenden. 1988 Gründung der Filmproduktion Animotion Films Vienna. Seit 2007 stiftet er den Hubert Sielecki Preis im Künstlerhaus Wien für experimentellen Kurz- und Animationsfilm. Vielfache und vielfach ausgezeichnete Zusammenarbeit mit Schriftsteller:innen, Maler:innen, Musiker:innen und Filmschaffenden. Ehrenmitglied des Künstlerhauses Wien, Preise und Auszeichnungen im In- und Ausland.

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