24. April 2026
18h00
Depot, Breite Gasse 3,
1070 Wien
Anna Luňáková: City Amalgam
Literarische Performance und Gespräch
Eintritt frei! Keine Voranmeldung nötig.

© Dirk Skiba
Anna Luňákovás Poesie ist ein Amalgam von Stimme und Sound. Sie arbeitet mit den Geräuschen der Stadt. Es sind authentische Beobachtungen und Aufnahmen – vor allem solche aus der Stadt Prag –, die in ihre Texte einfließen, dann aber etwas ganz Neues schaffen. Sprache trifft auf elektronische Texturen und überarbeitete Tondokumente, wie in einer poetischen Feldforschung. Die entstehenden Gedichte handeln von einer Stadt, die gleichermaßen real wie imaginiert ist, und sie beschreiben eine Landschaft zwischen Dystopie und paralleler Realität.
Die Lesung erfolgt zweisprachig, tschechisch und deutsch. Die Bohemistin und Übersetzerin Julia Miesenböck, die selbst in Prag lebt, liest aus ihren deutschen Übersetzungen, die sie eigens für das Festival vorbereitet. Im Gespräch mit Autorin und Übersetzerin wird es um die besonderen Merkmale dieser Art von Poesie gehen, aber auch um die sich verändernden Konturen der gegenwärtigen Literatur, die Luňáková in ihrer Arbeit als Literaturredakteurin sehr genau verfolgt.
Musikalisch und geräuschtechnisch begleitet wird die Lesung von Jakub Štourač.
Anna Luňáková (* 1993) ist Schriftstellerin, Dichterin und Künstlerin. Sie debütierte mit dem experimentellen Roman Tři! (Drei!) im Jahre 2020. Es folgten 2021 der Gedichtband Jen ztratím jméno (Ich verliere nur meinen Namen) und 2022 ein Buch für Kinder und Jugendliche unter dem Titel Atlas Babiček (Atlas der Großmütter). Sie arbeitet auch als Literaturredakteurin und organisiert Kulturveranstaltungen. Eine enge Zusammenarbeit verbindet Luňáková mit dem unabhängigen internationalen Theaterprojekt Divadlo Continuo in Malovice, einem Dorf in Südböhmen, für das sie als Dramaturgin und Sounddesignerin tätig ist. Seit Januar 2023 ist sie Vorsitzende des Tschechischen Schriftstellerverbandes.
Julia Miesenböck (*1985) lebt als Übersetzerin und Literaturwissenschaftlerin in Freistadt, Oberösterreich und in Prag. Studium der Vergleichenden Literaturwissenschaft und Slawistik in Wien, Doktorat im Fach Translatologie an der Karlsuniversität Prag. Sie übersetzt zeitgenössische Prosa und Lyrik sowie Fachtexte aus dem Tschechischen ins Deutsche und publiziert auch selbst gelegentlich Kurzprosa und Lyrik.
Jakub Štourač, Musiker und Sounddesigner, studierte Druckgraphik an der Akademie der Bildenden Künste in Prag. Als Künstler arbeitet er gern interdisziplinär mit einem Schwerpunkt auf Sound und Performance. Beteiligt an vielen Theater-, Tanz- und Performanceprojekten, v.a. in Zusammenarbeit mit dem Continuo Theater. Er ist Gründer einer von Studierenden herausgegebenen, preisgekrönten Zeitschrift zur Druckgraphik. Zusammen mit Anna Luňáková erarbeitet er neue Formen für die Performance mit Sound und Poesie.
Moderation: Manfred Müller (ÖGfL)
In Kooperation mit der Österreichischen Gesellschaft für Literatur (ÖGfL).
