22. April 2022

Beginn: 19h00

Architekturzentrum Wien, MQ

Museumsplatz 1, 1070 Wien

O slavnosti a hostech

FILM

 

Filmvorführung in Kooperation mit dem Národní filmový archiv

 

Regie: Jan Němec | Tschechoslowakei 1966 Originalversion mit eng. Untertiteln

EINTRITT FREI MIT ANMELDUNG PER MAIL AN: office@viennameetsprague.com

Es gelten die aktuellen COVID-19 Bestimmungen für die Stadt Wien!

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Vom Fest und den Gästen (O slavnosti a hostech) ist ein s/w Film des Regisseurs Jan Němec aus dem Jahre 1966, eines der schönsten (und kontroversesten) Werke der sogenannten „Neuen Welle“ der tschechoslowakischen Kinematographie mit ihren später weltberühmten Filmen und Regisseuren.

Eine Gruppe Freunde, gespielt von führenden Persönlichkeiten der tschechoslowakischen intellektuellen Szene der Zeit aus der Dissidentenszene, erscheint zum Geburtstagsfest eines einflussreichen Mannes. Auf dem Weg dorthin werden sie von einigen Männern angehalten und interrogiert. (Schon der Verlauf des Verhörs bringt den Charakter der einzelnen Persönlichkeiten allmählich zum Vorschein.) Als die Gruppe nun erfährt, dass es sich bei diesem Verhör nur um einen Scherz handelt, nimmt sie diese Information mit einer merkwürdigen Unterordnung auf.

 

Vom Gastgeber des mondänen Festes am Ufer eines Sees freundlich begrüßt, scheint der Höhepunkt erreicht, als einer der Gäste heimlich vom Fest flüchtet und auf diese Weise seine Missbilligung der herrschenden Regeln kundtut – zum Tisch sind nur diejenigen zugelassen, die dem freundlichen und gleichzeitig heimtückischen Gastgeber nicht widersprechen. Die Hatz auf den Flüchtenden ist eröffnet, unterstützt von einem Jagdhund.

 

Eine brillant verschlüsselte Parabel, gedreht im (vor-)revolutionären Umfeld des „Prager Frühling“, behält der Film stets eine mysteriöse Aura. Doch die allegorischen Bezüge auf den Untertanengeist und die komisch-brutale Bürokratie der totalitären Regime sind unverkennbar. In der sozialistischen Tschechoslowakei war der Film mit Ausnahme einer kurzen Phase im Jahr 1968 verboten.

„Im Verlauf des Films verwandelt sich Renoir in Buñuel…“ (Amos Vogel)

Einführungsgespräch mit Michal Bregant (NFA) und  Ludger Hagedorn (IWM)

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